06.08.2026
Wir bedauern diese Entscheidung sehr!
Aus für den Bürgerbus in Kerken – wir bedauern diese Entscheidung sehr!
Trotz fast zweijähriger Vorbereitung, zahlreicher Informationsveranstaltungen und vieler Gespräche hat eine Mehrheit von CDU, SPD, Bündnis 90/Grüne, FDP und AfD im Rat gegen die Einführung eines Bürgerbusses in Kerken gestimmt.
Aus unserer Sicht waren die offenen Fragen geklärt: Barrierefreiheit, Haltestellen, Taktung und Kosten wurden durch den Bürgerbusverein, die NIAG und den Gutachter ausführlich erläutert.
Besonders enttäuschend: Rund 25 Bürgerinnen und Bürger hatten sich bereits bereit erklärt, sich ehrenamtlich als Fahrerinnen und Fahrer zu engagieren. Dieses Engagement hätte eine echte Chance verdient.
Für uns als BVK-Fraktion wäre der Bürgerbus vor allem für die Menschen in den Außenbereichen eine wichtige Verbesserung gewesen. Denn Mobilität bedeutet auch Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.
Wir haben deshalb im Rat für den Bürgerbus gestimmt.
Leider fand das Projekt keine Mehrheit.
Unser ausdrücklicher Dank gilt dem Vorstand, den Mitgliedern und allen Unterstützerinnen und Unterstützern des Bürgerbusvereins, die in den vergangenen zwei Jahren viel Zeit, Arbeit und Herzblut in dieses Projekt investiert haben.
Für uns ist das Thema damit aber nicht beendet: Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, andere Lösungen für eine bessere Mobilität in Kerken und insbesondere in den Außenbereichen zu finden.
Denn wir sagen weiterhin:
Ja zu mehr Mobilität
Ja zu mehr Teilhabe
Ja zum Ehrenamt
Ja zu guten Lösungen für ganz Kerken
Hier die Stellungnahme der BVK-Fraktion in der Ratssitzung vom 15.07.2026 zum "Aus für den Bürgerbus in Kerken":
Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin,
sehr geehrte Gäste,
sehr geehrte Damen und Herren,
für uns stellen sich seit Tagen folgende Frage:
Bestand tatsächlich ein Informationsdefizit? Oder hat man sich mit diesem Projekt nicht ausreichend auseinandergesetzt? Wurde man nicht ausreichend informiert – oder hat man sich nicht ausreichend informiert? Oder wollte man sich vielleicht gar nicht informieren?
Denn informiert wurde aus unserer Sicht ausreichen!
Der Bürgerbusverein hat die Fraktionen, Verwaltung und Bürger über fast zwei Jahre hinweg und von Anfang an mitgenommen. Es gab Informationsveranstaltungen, Gespräche und Infostände. Alle Fragen wurden durch den Bürgerbusverein, die NIAG und den Gutachter beantwortet, sowohl bei den Infoveranstaltungen als aus zuletzt nochmals schriftlich.
Auch die immer wieder aufgeworfene Frage der Barrierefreiheit wurde mehrfach ausführlich erläutert. Ebenso wurde wiederholt klargestellt, dass für den Bürgerbus keine zusätzlichen Bushaltestellen gebaut werden müssen.
Der Bürgerbus nutzt meistens die bestehenden Haltepunkte und ist durch seine ausklappbare Rampe überall barrierefrei nutzbar. Erforderlich sind lediglich die Haltestellenschilder sowie die Fahrpläne, die angeschafft und aufgestellt werden müssen.
Diese Informationen lagen allen vor.
Und trotzdem soll dieses Projekt heute scheitern?
Wir von der BVK können das nicht nachvollziehen!
Der Bürgerbus ist kein Luxus.
Er ist eine Chance – vor allem für die Menschen in den Außenbezirken, die heute nur unzureichend an den ÖPNV angebunden sind.
Und das Kostenargument?
Ein neues Angebot braucht Zeit. Das sagt die NIAG, der Landesverband der Bürgerbusse und die Erfahrungen zahlreicher anderer Bürgerbusvereine. Niemand hat doch wohl erwartet, dass ein Bürgerbus bereits am ersten Tag kostendeckend fährt? Oder?
Wer das fordert oder glaubt, der sucht doch keine Lösung, sondern eher einen Grund, das Projekt abzulehnen.
Die Erfahrungen aus anderen Kommunen zeigt, das Bürgerbusprojekte meistens nicht am Geld scheitern, sondern am Mangel von ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrern.
Nicht in Kerken.
Hier haben sich bereits viele Bürgerinnen und Bürger, laut Bürgerbusverein ca. 25 Personen, bereit erklärt, Verantwortung zu übernehmen und ihre Freizeit für dieses Projekt einzusetzen.
Und genau diesen Menschen sagen von CDU, SPD und Grüne heute: „Vielen Dank für Ihr Engagement – aber es war vergebens“?
Das ist ein ganz schlechtes Signal.
Ebenso unverständlich ist die Kritik der Grünen an der 120-Minuten-Taktung. Dort, wo heute nur ab und zu ein Bus fährt, stellt der Bürgerbus eine deutliche Verbesserung dar, keine Verschlechterung.
Wer heute Nein sagt, sagt
Nein zu mehr Mobilität in Kerken.
Nein zu mehr Teilhabe.
Und leider auch Nein zum Ehrenamt.
Wir von der BVK sagen Ja.
Ja zu mehr Mobilität.
Ja zu mehr Teilhabe.
Und Ja zu einer echten Chance für Kerken und mehr Teilhabe der Menschen in den Außenbezirken.
Die BVK-Fraktion wird auch heute der Einführung eines Bürgerbusses in Kerken zustimmen.
Sollte dieses Projekt heute dennoch wiedererwartend abgelehnt werden, werden wir uns weiterhin mit Nachdruck für eine andere Lösung einsetzen.
Denn die Menschen in Kerken – insbesondere in den Außenbezirken – haben ein auch ein Recht auf Mobilität und Teilhabe!
Vielen Dank.
