Antrag Klimaneutrales Kerken 2035

von Patricia Gerlings-Hellmanns

Antrag: Klimaneutrales Kerken 2035

Sehr geehrter Herr Möcking,

Die BVK Fraktion bittet Sie, folgenden Antrag auf die Tagesordnung des nächsten Bau-, Umwelt- und Planungsausschuss am 10.09.2019 aufzunehmen.

Antrag:

Der Rat der Gemeinde Kerken startet gezielte Maßnahmen zur Verbesserung des Klimas mit dem Ziel der Klimaneutralität in spätestens 15 Jahren.

Der Rat der Gemeinde Kerken:

bekennt sich zu den Klimazielen der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union
•    erkennt, dass wir auch lokal weitere Maßnahmen und Planungen ergreifen müssen, um die Erderwärmung gemäß den Klimazielen zu begrenzen.
•    berücksichtigt ab sofort die Auswirkungen auf das Klima bei jeglichen Entscheidungen und bevorzugt Lösungen, die sich positiv auf Klima-, Umwelt- und Artenschutz auswirken.
•    strebt mit Nachdruck ein klimaneutrales Kerken bis spätestens 2035 an.

Der Rat der Gemeinde Kerken beauftragt daher die Verwaltung:

•    ein fortlaufendes integriertes Klimakonzept unter Berücksichtigung der Fördermaßnahmen der nationalen Klimaschutzinitiative zu erstellen.
        Die Erstellung soll unter Einbeziehung der Bürger, der politischen Vertreter der Gemeinde Kerken sowie entsprechender Fachleute im Rahmen eines dauerhaften Bürgerforums erfolgen.

•    eine enge Abstimmung bei der kommunalen Klimastrategie mit den überörtlichen Entscheidungsträgern zu suchen.
•    einen Sachstandsbericht im Rahmen des Klimakonzeptes über die Erreichung der Klimaschutzziele mindestens jedes Jahr durch ein externes Fachgremium zu erstellen und bis zur Jahresmitte dem Rat vorzulegen.
•    bei jeder Ratsentscheidung sollen zudem Hinweise zu den möglichen Klimaauswirkungen in den Vorlagen dargestellt werden.
•    ein Konzept zur Anpassung an den Klimawandel in der Gemeinde Kerken, insbesondere zum Umgang mit Hitzeschäden und Extremwetterereignissen zu erstellen.

Begründung:

Seit vielen Wochen demonstrieren deutschland-, europa- und auch weltweit vor allem junge Menschen im Rahmen der „Fridays-for-Future“ - Bewegung gegen die aktuelle Klima- und Umweltpolitik der Weltgemeinschaft.

Die überwiegend jungen Leute in Deutschland fordern, dass Bundestag und Bundesregierung sofort effektive Maßnahmen beschließen und diese konsequent durchsetzen müssen, damit die drohende Klimakatastrophe eingedämmt bzw. abgewendet werden kann.
Die Schüler(innen) sprechen aus, was uns allen längst bewusst sein sollte.

Es ist höchste Zeit zu handeln, nicht nur national und international, sondern vor allem auch vor Ort im direkten Lebensumfeld.

Der Mensch hat bereits einen Klimawandel mit irreversiblen Folgen verursacht, welche weltweit zu spüren sind. Die globale Durchschnittstemperatur ist gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter schon heute um 1°C gestiegen, weil u.a. die CO2-Konzentration in der Atmosphäre von 280 ppm auf über 410 ppm angestiegen ist. Um eine unkontrollierbare globale Erwärmung mit nicht absehbaren Folgen zu verhindern, ist es unerlässlich, die Treibhausgas-Emissionen schnellstmöglich massiv zu reduzieren.

Der Tag, an dem die Menge an natürlichen Ressourcen, die uns ökologisch für ein ganzes Jahr zur Verfügung stehen, aufgebraucht ist, war dieses Jahr in Deutschland schon der 3. Mai. Wir leben also jetzt schon auf Kosten der Zukunft, der Zukunft der jungen Menschen, die uns dringlich auffordern, endlich wirksam zu handeln.

Die Stadt Konstanz hat bereits am 19. Mai beschlossen, bis Ende 2030 klimaneutral zu sein und erste konkrete Maßnahmen definiert. Schon in der Vergangenheit wurde dort in diese Richtung gearbeitet (Klimasiedlung usw.)

Es liegt in der Verantwortung der Gemeinde Kerken, ihre gesamte Geltungsmacht auszu-nutzen, um der Notwendigkeit und Dringlichkeit der Klimakrise gerecht zu werden und diese als das zu behandeln, was sie ist: → eine existenzielle Krise.

Foto: Pixabay

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